Chronik in Worten bis 1959

Die Chronik des Vereins von 1921 bis 1959

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Die Jahre 1921-1949. Wie Alles begann.

Dem Beispiel der Narren aus der Stadt folgend, wurde auch in Petershausen der Gedanke an die Narretei immer reger. So entstand im Jahre 1909 die Narrengesellschaft „Petershausen“. Sie wurde von Johann Gottmann gegründet und umfasste alle Narren aus diesem Stadtteil.

Nach dem 1. Weltkrieg ruhte einige Jahre das Fasnachtsleben rund um den Ziegelhof, bis im Jahre 1921 Willhelm Gottmann die Narrengesellschaft „Schneckenburg“ gründete.

Unter der Präsidentschaft von E. Knöpfle erfolgte im Jahre 1928 eine Reorganisation der „Schneckenburg“. In diesem Jahr entstanden auch die Satzungen.

Nach dem Tode des Präsidenten E. Knöpfle führte ab 1931 Präsident (Johann I.) Gottmann das Zepter der Schneckenbürgler Narretei. Ihm treu zur Seite stand der Elferrat, der in der Hauptsache aus allgemein bekannten Geschäftsleuten und Narren bestand.

In den 30er Jahren trat die Schneckenburg durch ihre originellen, großen und schönen Gruppen und Wagen bei den Umzügen am Fasnachts-Sonntag besonders hervor. Der Verein hatte auch eine große Klepperlegarde und veranstaltete jährlich Narrenkonzerte im „Ziegelhof“, den man an der Fasnacht „Dachplattenhof“ nannte.

Im Jahre 1934 legte die Stadt Konstanz fest, dass die Zersplitterung der Fasnachtsbräuche in Petershausen zu beseitigen sei. Das sogenannte „Negerdorf“ sowie die Narren aus Ergatshausen sollten in die Schneckenburg integriert werden.

Während des II. Weltkrieges fand die Fasnacht nur noch in den eigenen vier Wänden statt, bis 1949 wieder der erste Fasnachtsumzug zustande kam. Alle großen Konstanzer Narrengesellschaften, mit Ausnahme der „Schneckenburg“, beteiligten sich daran. Es sah so aus, als ob der Narrenverein „Schneckenburg“ untergegangen wäre.

Doch ein paar Jungelfer unter Vorsitz von Otto Springhart regten die Wiedergründung des Narrenvereins an und brachten den Stein ins Rollen. Am 11.11.1949 wurde die „Schneckenburg wieder ins Leben gerufen und musste aus dem Nichts heraus sich selber wieder aufbauen. Was daraus geworden ist, könnt Ihr auf den folgenden Seiten ab 1950 bis heute nachlesen.


Das Jahr 1950. Die Schnecken in Aufruhr.

Die Schneckenburg legte gleich mit einem vollen Programm im Ziegelhof los. Dazu gehörten Schnecken- und Hausbälle, buntes Schneckentreiben und die obligatorische Fasnachtsvertreibung.

Der erste „Großer Bunter Abend“ nach dem Krieg fand am 11.02.1950 im Ziegelhof statt. Motto: „Die Schnecken in Aufruhr !“. Die ersten Fanfarenklänge hallten durch den Saal. Ein Soloauftritt von Alex Volz versprach die Gründung eines Fanfarenzuges für das nächste Jahr.


Das Jahr 1951. 30 Jahre Schneckenburg.

Am 27.01.1951 konnten die Schneckenbürgler ihr 30-jähriges Bestehen im vollbesetzten Ziegelhof feiern. Sie waren nach nur zwei Jahren (nach der Wiedergründung) zu einer der führenden Narrenvereine in Konstanz geworden. Das Publikum war begeistert und tanzte mit dem Jubilar bis in die frühen Morgenstunden. In diesem Jahr gründete sich auch der Fanfarenzug unter der Leitung von Alex Volz.

Anstatt eines Umzuges am Fasnachtssonntag wurde ein Fußballturnier aller großen Narrengesellschaften auf dem Stefansplatz durchgeführt. Der Narrenverein nahm mit seiner Mannschaft „Dynamo Schneckenburg“ teil und kam gegen „Admira Storchen“ ins Endspiel. Der Zweikampf endete gerecht 16 : 16.

Am 10.11.1951 wurde Konrad Uetz einstimmig zum Präsidenten der Schneckenburg gewählt. Er löste Johann Gottmann ab, der sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausführen konnte. Gleichzeitig wurden einige Jungelfer zum Elferrat und Nichtelfer in den Jungelferrat gewählt. Einen Tag später, am 11.11.1951, wurde Konti I. Uetz als Präsident getauft.


Das Jahr 1952. Erster Bunte Abend im Schützen.

Da der Ziegelhof aus technischen Gründen an dieser Fasnacht nicht zur Verfügung stand, fand der Bunte Abende der Schneckenburg im Schützen statt. Dies wurde in den folgenden Jahren beibehalten. Der Schützen hatte eine richtige Bühne und konnte mehr Publikum aufnehmen. Für die Mitglieder, die im Zentrum des Schneckenviertels wohnten, wurde für diesen Abend eine Omnibuslinie eingerichtet, damit die Schneckinchen und Schnecken den langen Weg vom Gottmannplatz zum Schützen nicht zu kriechen brauchten.

Schneckenball und Kehraus fanden in der Gebhardshalle statt.


Das Jahr 1953. Der Fanfarenzug betrat die närrischen Bühne.

Der Narrenverein hatte in diesem Jahr erstmals wieder eine Fasnachtszeitung herausgegeben. Sie trug den Titel „Schneckenbürgler Fasnachts-Spiegel“ und war im Straßenverkauf für 30 Pfennige erhältlich. Verantwortlich waren Otto Springhart und Herbert May.

Die Zahl der Mitglieder war 1953 auf 468 Schneckenbürgler angewachsen. Diese große Zahl wurde erst wieder Ende der neunziger Jahre erreicht.

Der Fanfarenzug unter der Leitung von Alex Volz trat zu seinem ersten offiziellen Auftritt am Bunten Abend im Schützen auf. Beim Narrenbaum stellen und während des Umzuges waren sie natürlich auch dabei.

In diesem Jahr gab es einmalig neben dem Präsidenten Konti I., Schneckenprinzessin Christa I. einen Kronprinzen (Oskar Löhle).

Der 11.11.1953 wurde ein großer Erfolg. Erstmals wurde ein regelrechter Programmabend mit alten Sketschen, Büttenreden und Gesang abgehalten.


Das Jahr 1954. Der erste Narrenbaum aus Hegne.

In diesem Jahr fanden erstmals zwei Bunte Abende im Schützen statt. Wieder wurde ein Omnibusverkehr Gottmannplatz — Schützen organisiert.

Der Schneckenball fand diesmal im Schauinsland statt. Der Abend war restlos ausverkauft. Es mussten sogar Stühle aus der Nachbarschaft ausgeliehen werden.

Zum ersten Mal wurde der Narrenbaum selbst abgeholt. Spender war Kurt Jung aus dem Fanfarenzug. Die Fahrt von Hegne über Wollmatingen zum Gottmannplatz glich einem Schmutzigen-Donnerstag-Umzug.

Am Fasnachtsdienstag fand im Ziegelhof der erste Kinderball statt. Der Kehraus mit Fasnachtsbeerdigung dagegen wieder im Schauinsland.

Am 11.11. um 11:11 Uhr fand im Cafe Müller in der Wilhelmstraße (Theodor-Heuß-Straße) ein Frühschoppen statt. Und am Abend ging es dann offiziell zu. Der Fanfarenzug blies alle Schneckenbürgler vor dem Ziegelhof zusammen. Doch ehe dort der Büttenabend begann, wurde noch ein Feuerwerk auf dem Gottmannplatz abgebrannt.


Das Jahr 1955. Kinderball nun fest am Rosenmontag.

Der Kinderball der Schneckenburg (nun im Schauinsland) fand zukünftig, bis zu seiner Einstellung im Jahre 2000, am Rosenmontag statt.


Das Jahr 1956. Der 11.11. musste ausfallen. Die Clownkapelle ist geboren.

Der Narrenbaum wurde der Schneckenburg erstmals von den Hegner Schlafkappen geschenkt.

In diesem waren zum ersten Mal Schneckenbürlger Musik-Clowns an der Fasnacht auf der Gass unterwegs. Die Besetzung der Schneckenbürgler Clownkapelle im ersten Jahr: Akordeon, Teufelsgeige und Trommeln.

Wegen dem Volksaufstand in Ungarn haben die Konstanzer Fasnachts- und Narrenvereine beschlossen, die Veranstaltungen rund um den 11.11. abzusagen.


Das Jahr 1957. Erster „Internationale Frühschoppen“.

Im Jahre 1957 fand der erste „Internationalen Frühschoppen“ der Konstanzer Narrengesellschaften im Konzil statt. Er sollte jedes Jahr, wenn kein Umzug stattfindet, wiederholt werden. Die Schneckenburg war durch den FZ, das Ballett und eine Büttenrede vertreten.

Der Narrenbaum wurde einen Tag vor dem Schmutzigen Donnerstag von den Negerdörflern gestohlen aber noch rechtzeitig befreit. Der Präsident der Negerdörfler wurde als Strafe an den Baum gebunden und beim Umzug mitgeführt.


Das Jahr 1958. Reger Wechsel im Elferrat.

Das Jahr 1958 zeichnete sich durch einen regen Wechsel im Elferrat aus. Vizepräsident, Spielleiter und Kassier schieden aus dem Verein aus. Die entstandenen Lücken konnten jedoch sehr gut wieder geschlossen werden.

Wurde im vergangenen Jahr der Narrenbaum gestohlen, so passierte in diesem Jahr ein anderes Missgeschick. Der reichlich erschienene Narrensamen kletterte auf dem bereitliegenden Baum umher und brach den Dolden ab. Er konnte rasch geschient werden, so dass das Stellen nicht verzögert wurde.

Der Schneckenball konnte in diesem Jahr erstmals im Schützen stattfinden. Der größere Saal, der beim Publikum sehr gut ankam, machte sich sofort in der Kasse bemerkbar.

Der Ziegelhof war für die vielen Kinder viel zu klein. Zu Anfang der Veranstaltung mussten viele wieder heim geschickt werden. Auch der Kehraus fand wieder im Ziegelhof statt.

Am 08.11.1958 folgte die Wahl der neuen Schneckenprinzessin. Die dem Elferrat noch unbekannte Kandidatin Frau Heissig war persönlich erschienen um sich vorzustellen und wurde mit großer Mehrheit (20:1) gewählt. Sie hatte wohl einen guten Eindruck hinterlassen. Am 11.11. wurde sie getauft.


Das Jahr 1959. Die Bunten Abende platzen aus den Nähten.

Ab 1959 trat das neu formierte Schneckenburg-Ballett auch als Garde auf. Die prächtigen Gardeuniformen kamen beim Publikum sehr gut an.

Viele Fachleute bezeichneten das Programm der Bunten Abende als das zweitbeste (hinter den Elefanten), das Konstanz zu bieten hatte. Beide Abende waren restlos ausverkauft und ein voller Erfolg in jeder Beziehung. Der Wunsch von vielen nach einem 3. Abend wurde in diesem Jahr dann auch so laut, dass man sich nun wohl oder über doch ernstlich Gedanken darüber machen musste, ob im nächsten Jahr diesem Verlangen Rechnung getragen werden soll. Aber da wir den Schützen an nur zwei Abenden zur Verfügung hatten, musste ein größerer Saal her, den es aber nicht gab.

Das Wecken wurde frühzeitig abgebrochen, da der Narrenbaum von der Kamelia gestohlen wurde und man ihn im Paradies abholen musste. Kurioserweise war unser Narrenbaum inzwischen der Kamelia wieder geklaut worden. Zum Glück tauchte er aber noch rechtzeitig zum Stellen auf.

Da der Vorschlag der Seehasen einen gemeinsamen 11.11. abzuhalten, bei den „Schnecken“ auf keine Gegenliebe stieß, vereinbarte man sich gegenseitig bei den Veranstaltungen zu besuchen und das jeweilige Programm mit Nummern zu bereichern.


 

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