Der Schneckenbürgler Schneeschreck

 

   

 

 

Jahrelang war im Kreise des Narrenvereins Schneckenburg nach einer Maske gesucht worden, die sich besonders für die Straßenfasnacht eignen könnte. Die Saalfasnacht der Schneckenbürgler in Ehren, aber zur alemannischen "Fasnet" gehört eben mal der Auftritt im Freien, das "Umtreiben" mit Häs und Larve, das "Schnurren". Die Austreibung des Winters ist in unserer Gegend ein uralter Fasnachtsbrauch.

Nach einer beschwingten Weihnachtsfeier, die in der Wohnung des Elferrates Jörg Deicher endete, gründeten am 14. Dezember 1991 weit nach Mitternacht, die Elferräte Ekkehard Moser, Jürgen Stöß, Uwe und Norbert Fiedler den Schneckenbürgler Schneeschreck.  In den folgenden Wochen wurden die Ideen zusammen getragen und am 1. April (!) 1992 dem damaligen Präsidenten der Schneckenburg, Alex Volz, vorgestellt. Er war begeistert und sagte seine finanzielle Hilfe für den Start zu.

Der Schneeschreck war geboren: Sein Häs besteht aus zottigen Tierfellen, die Larve aus Holz, die, wie schon der Name sagt, Schrecken verbreiten soll. Jedes Mitglied der Gruppe schnitzt seine eigene Maske selbst. Schnitzmeister Andreas Fritzsche steht dabei mit Rat und Tat hilfreich zur Seite. An der Fasnacht 93/94 umfasste die Gruppe bereits 25 Hästräger und sie war bis zur Fasnacht 01/11 auf über 130 angestiegen. Ein Zeichen dafür, dass der Schneeschreck bei den Narren Anklang gefunden hat.

 

 

Der Schneeschreck wird von einem Gremium geführt:

  Ober-Schreck

 Axel Zunker

 Belegverwalter:

Rolf Reisacher

  Schriftführer:

 Sabine Schieß

Betriebsleiter:

Marco Stross

Schnitzmeister:

Andreas Fritzsche

Funduswart:

Marion Auer

Orga-Mann:

Thorsten Görn

Beisitzer:

Andrea Schöller

Jugendwart:

Angelika Winter

 

 

Kontaktadresse:

Sabine Schieß, Mangoldstr. 21,

78462 Konstanz

Telefon 07531 / 15684

E-mail-Adresse:

schneeschreck@schneckenburg.de

 

 

Schneeschrecks Wiederkehr

... aus dem tiefen Petershäusler Wald

 

Lange vor den Römern schon,

lebte bei uns in der Region,

ein wildes Tier, halb Mensch, halb Bär,

das Fell zerzaust, der Körper schwer.

 

Als Schneeschreck wurde es bekannt,

weil von den Kelten so benannt.

So steh'n in den Druidenschriften,

viele Schneeschreck - Kurzgeschichten.

 

Auch in vielen anderen Sagen,

liest man voller Unbehagen,

dass ein wildes Tier mit Dreistigkeit,

den Menschen plagt, zur Winterszeit.

 

Die Germanen wussten schnell zu deuten,

was das Treiben zu bedeuten.

Denn kommt der Schneeschreck aus dem Wald,

kommt die Frühlingszeit recht bald.

 

Der Schneeschreck galt als ausgestorben,

niemand wusst, wo er verborgen.

Doch wir fanden Spuren der Gestalt,

tief im Petershäusler Wald.

 

Die Sage berichtet uns, dass Schneeschrecks feiern,

bei Mitternacht und Nebelschleiern.

Bei Vollmond, Blitz und Donnerkrach,

werden ihre Triebe wach.

 

Für uns stand fest, die Stelle suchen,

wo Schneeschrecks trommeln, schreien, fluchen.

Und eines Nachts, der Mond schien bleich,

da fanden wir das Schneeschreckreich.

 

Es schimmerte durch den dunklen Wald

uns lief's den Rücken runter - kalt.

An mehreren kleinen Feuerstellen,

da saßen sie, die Schreckgesellen.

 

Kontakt, der war schnell hergestellt.

von ihrem Tal, in unsere Welt.

In Zukunft werden sie uns begleiten.

und Angst und Schrecken stets verbreiten

 

Aus Dankbarkeit nahmen sie spontan,

den Namen der Schneckenbürgler an.

Es war’n noch wenig liebe Leut',

doch gedenket meiner Worte heut'.

 

Denn als der Blätzlebub begann,

war'n sie auch nur fünf, sechs Mann.

Und sie bewahren nun seit Jahren schon,

alemannisch' Brauchtum, Tradition.

 

Daran knüpft der Schneeschreck an

und erinnert jeden Mensch daran,

dass, wenn sie durch die Wälder streifen,

Schnee und Eis die Flucht ergreifen.

 

Alljährlich nun zur Fasenacht,

wenn der Schneeschreck neu erwacht,

da sieht man ihn in großer Zahl,

auf unseren Straßen und im Saal.

 

Sie werden sich noch stark vermehren,

um Euch das Grauen zu bescheren.

Sie sind überall und nirgendwo,

Blitz, Hagelschlag und - Ho Narro.

 

Uwe Fiedler Nov. 1992